Akkordeon

Diatonische Akkordeons bieten bei jedem Knopf zwei unterschiedliche Töne an, abhängig davon, ob man den Balg drückt oder zieht. Die Belegung der Knöpfe auf der rechten Seite entspricht dem System der Mundharmonika. Jede Reihe steht für eine Tonart.

Nach vielen Versuchen auf einem Akkordeon mit Klaviertastatur war es eine Befreiung für mich, „diatonisch“ zu spielen.

Meine beiden Akkordeons der Firma Castagnari aus Recanati/Italien sind zwei Versionen des Modells Lilly, dem kleinsten „richtigen“ Akkordeon im Programm – D/G in Kirsche und G/C in Nußbaum.

Das G/C Modell hat – wie auf dem europäischen Festland üblich – den ersten Ton auf der dritten Taste. Beim D/G Modell liegt er – wie in der angelsächsichen Welt üblich – auf der vierten. Aber eigentlich hat man beim Spielen sowieso keine Zeit, die Knöpfe zu zählen…

Banjo

Mein Banjo ist ein sogenanntes „5-string open-back“ Modell. Die fünfte Saite wird nicht gegriffen, sie spielt immer nur den gleichen Ton (Tonika oder Dominante) und ist die am höchsten klingende Saite. Für die vier anderen Saiten gibt es verschiedene Stimmungen. Ich habe mich am meisten gewöhnt an g-D-g-h-d. Der Holzring ist hinten offen (daher „open-back“), was den Ton etwas weicher oder offener  macht. Außerdem kann der Ton variiert werden durch die Haltung und den Abstand zum Körper.

Das Gretsch Dixie Deluxe Banjo wurde in Handarbeit in China hergestellt (inzwischen wird es nicht mehr gebaut) und es ist eigentlich ein Nachbau der „Whyte Laydie Banjos“ vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Kurz vorher hatte A.C.Fairbanks einen neuen Tonring erfunden, auf dem das „Fell“ aufliegt. Dieser „Whyte Laydie Tonring“ ist der Klassiker für viele Oldtime-Banjos geworden. Die Besonderheit ist ein eingearbeiteter Ring aus Messing, in den Vertiefungen eingearbeitet sind. Auf dem Foto kann man es erahnen durch die etwas dunkleren und helleren Stellen im Ring unter dem „Fell“.

Ich versuche mich im Clawhammer-Stil aus der Oldtime-Country-Musik. Der Bewegungsablauf ist vollständig anders als beim Gitarrespielen. Die Hand wird wie eine Klaue gehalten und der Mittelfinger schlägt mal auf eine, mal auf drei oder vier Saiten und der Daumen zupft die fünfte Saite im offbeat.

Concertina

Diese Concertina gehört zur Gruppe der Anglo-German-Concertinas, eine englische Weiterentwicklung der Deutschen Konzertina. Um das Instrument billiger zu machen und daher die Verbreitung zu fördern, wurden – ähnlich wie beim diatonischen Akkordeon – jeweils zwei Töne einer Taste zugeordnet, die je nach Druck oder Zug auf den Balg erklingen. Meist haben diese Concertinas 20 oder 30 Knöpfe, aber hier sind noch zehn dazugekommen mit einigen Extratönen.

Ebenso wie Akkordeons haben Concertinas dazu beigetragen, daß auch „einfache Leute“ Instrumente spielten. Das Aufkommen dieser Instrumente war im Grunde der Beginn der „Pop(ular)-Musik“. Dan M. Worrall hat eine Sozialgeschichte der Anglo-German Concertina geschrieben.

Für mich war die Concertina der erste Versuch, ein diatonisches Instrument (abgesehen von der Mundharmonika) zu spielen. Ich finde es faszinierend, wie die Melodien zwischen der linken und der rechten Hand wandern und wie raffiniert die Zusatzknöpfe in der dritten Reihe angeordnet sind. Bei diesen Instrumenten nützen Noten nicht viel – die Finger müssen die Abläufe erahnen und einüben. Nach einer Zeit Concertina-Spiel traute ich mich auch an die größere Schwester Akkordeon heran.

Das Instrument wurde von der Firma Stagi in Handarbeit in Recanati/Italien hergestellt, wo auch die Akkordeonfirma Castagnari ihren Sitz hat. Es handelt sich um das Modell W-40 MS mit Mahagonikorpus und Lederbalg. Die etwas rustikale Klappe aus Holz habe ich montiert, damit mein Daumen die Luftklappe besser erreicht.

Kalimba

Aus der traditionellen Musik Afrikas stammen die „Lamellophone“, für die es viele verschiedene Namen gibt.  Mehrere Lamellen sind auf einem Brett oder einem Resonanzkörper befestigt und werden mit den Fingern (meist Daumen) gezupft.

Meine Kalimba ist eine moderne Version dieser Instrumente von der Firma Hokema und ist auf G-Dur gestimmt (es werden aber dreißig verschiedene Stimmungen angeboten).

Der Klang erinnert etwas an Spieluhren – einen Effekt, den ich in unserem „Maikäfer-Schlaf“ (siehe unter unsere Musik/Videos) nutze.

Kantele

Kantele ist das Nationalinstrument Finnlands, obwohl es auch in anderen Ländern vergleichbare Instrumente gibt.

Im finnischen Nationalepos Kalevala fertigt der alte Zaubersänger Väinämöinen die erste Kantele aus dem Kiefer eines gigantischen Hechts. Aus den Zähnen wurden die Wirbel gemacht, für die Saiten wurden Rosshaare genommen. Wenn er sie spielt, kommen alle Tiere des Waldes herbei und lauschen; die Menschen lassen ihre Arbeit ruhen und sind vom Klang ergriffen.

Der Klang ist zart und wirklich wie von einer anderen Welt.

Es gibt Kanteles in vielen ver-schiedenen Ausführungen mit  unter-schiedlicher Saitenanzahl.

Mein Instrument stammt von der Firma Melodia Soitin und ist das traditionelle fünfsaitige Modell, wie es auch in Museen ausgestellt ist.

Mandoline

Die Firma Eastman baut in Handarbeit klassische Mandolinen nach. Hier handelt es sich um den Typ MD 514 (Nachbau des Typs F4 der Firma Gibson) mit ovalem Schalloch. Mit dieser Mandoline habe ich lange geliebäugelt, bevor ich sie das erste Mal ausprobieren konnte. Noch nie hatte ich soviel Freude am Mandolinenspiel wie mit diesem Instrument.

Mandolinen haben vier Doppelsaiten, die wie die Geige gestimmt werden (g-d-a-e). Sie werden mit einem Plektrum angezupft/angeschlagen, wobei ich die richtig harten Plektren bevorzuge.

Maultrommel

Maultrommeln gibt es in sehr vielen Kulturen und Ländern und in unterschiedlichen Versionen. Der Klang ist bekannt geworden durch die Erkennungs-melodie der Sesamstraße.

Man unterscheidet gestimmte und ungestimmte Maultrommeln. Die ungestimmten sind mehr ein Rhythmus-Effektinstrument, die anderen wählt man passend aus zu der Tonart, in der man spielen möchte.

Meine Maultrommeln (in C, D und G) wurden hand-gefertigt von der Firma Wimmer in Molln/Österreich.

Portugiesische Gitarre

Die Portugiesiche Gitarre (Guitarra Portuguesa) gehört zu der Familie der Cister-Instrumente und wird meist zur Begleitung des Fado-Gesangs eingesetzt. Man unterscheidet die zwei Modelle nach ihren Ursprungsorten Lissabon oder Coimbra. Beide Modelle haben sechs Doppelsaiten, von denen die drei tieferen in Oktaven ein Paar bilden. Meine Portugiesische Gitarre ist ein Lissabonner Modell und auch dort erworben.

Sie ist gestimmt (d‘-d)-(a‘-a)-(h‘-h)-(e‘-e‘)-(a‘-a‘)-(h‘-h‘), was eine einzigartige Stimmung ist, die es nötig macht, ganz anders zu spielen als auf Mandolinen, Gitarren, Banjos oder Bouzoukis.

Waldzither

Diese Waldzither konnte ich in einem erbärmlichen Zustand (das Instrument – nicht ich) erwerben. Es handelt sich um eine Böhm-Waldzither oder Hamburger Waldzither und sie ist etwa 100 Jahre alt. Ich habe sie – so gut ich es konnte – aufgearbeitet und spielbar gemacht.

Die Waldzither hat eine offene C-Stimmung (C-G-c-e-g) und wird meist mit einem Plektrum gespielt. Bis auf die tiefe C-Saite sind alle Saiten als Doppelsaiten angelegt.

Die Besonderheit der Hamburger Waldzither ist der Steg aus Glas und die Mechanik, die sich Böhm wohl bei der Portugiesischen Gitarre abgeschaut hat.

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